Haftungsausschluß: Dieser Artikel gibt meine persönlichen Erfahrungen wider und ersetzt keinen Arztbesuch.

Auf Instagram hatte ich euch um eure Fragen bezüglich des Zuckerbelastungstest gebeten, die Antworten findet ihr nicht nur im Text selbst, sondern auch noch einmal zusätzlich unten im Artikel.

Der Zuckerbelastungtest, auch oGTT (Oraler Glukose-Toleranz-Test), ist eine Möglichkeit, um festzustellen, ob dein Insulin richtig auf Zucker und Kohlenhydrate reagiert oder nicht. Wenn nicht, hast du eine Hyperinsulinämie. Hyper heißt über oder zu viel und –ämie bedeutet im Blut. Also zu viel Insulin im Blut. Das ist der Zustand, der für viele Symptome verantwortlich sein kann. Dazu zählen etwa:

  • ständiges Hungergefühl,
  • häufige Unterzuckerung, obwohl du genug isst,
  • Entzündungen, die schlecht abheilen,
  • PCOS (Polyzystisches Ovarien Syndrom),
  • dass du nicht abnimmst, obwohl du wenig isst und dich viel bewegst,
  • es in deiner Familie Diabetes-Fälle gibt,
  • und noch viel mehr.

Solange der Insulinspiegel zu hoch ist, kann kein Fett verbrannt werden. Der Körper kann entweder Zucker (Kohlenhydrate, Glukose) oder Fett verbrennen. Beides ist nicht möglich.

Im September 2018, nachdem drei Ärzte mich falsch diagnostiziert und teilweise behandelt hatten, habe ich einen ogTT gemacht. Dazu musste ich mir eine Spezialsitin heraussuchen und lange auf einen Termin warten. Als es soweit war, hatte ich meine Ernährung bereits sechs Monate umgestellt und war nahezu symptomfrei. Dennoch zeigte sich die Hyperinsulinämie. Endlich, möchte ich sagen, denn es war für mich eine große Erleichterung, meine Diagnose endlich schwarz auf weiß in den Händen zu halten und vor allem schon zu wissen, wie ich die Hyperinsulinämie managen würde.

Wenn es bei dir also auch soweit ist, dass du zum Zuckerbelastungstest kannst, dann habe ich hier eine Anleitung für dich, wie ich sie gerne gehabt hätte. Denn das, was mir die Ärztin an Informationsmaterial im Vorfeld mitgab, war alles andere als ausreichend. Nach dem Test erlebte ich eine handfeste Unterzuckerung und wäre fast auf offener Straße ohnmächtig geworden.

Mein ganze Geschichte kannst du hier nachlesen.

Was ist der Zuckerbelastungs-Test und was passiert da genau mit dir?

Der Zuckerbelastungstest wird auch oraler Glokosetoleranztest oder kurz oGTT genannt. Damit kann nachgewiesen werden, ob deine Glukoseverwertung normal oder gestört ist. Eine Störung kann vorliegen, wenn du etwa insulinresistent oder Typ-2-Diabetiker bist oder unter einer Schwangerschaftsdiabetes leidest.

Es kann sein, dass du Symptome wie Hunger oder Schwindel verspüren wirst während des Tests. Damit dir nichts Schlimmes passiert, darfst du die Praxis nicht verlassen.

Bei einem Zuckerbelastungstest musst du nüchtern einen halben Liter Glukossiurp trinken und dir insgesamt drei Mal Blut abnehmen lassen. Anhand dieser Blutabnahmen können dein Blutzuckerspiegel und dein Insulinspiegel gemessen werden. Die erste Blutabnahme wird vor dem Trinken des Glukosesirups gemacht. Die zweite nach einer Stunde, die dritte nach zwei Stunden. So kann ein Muster ermittelt werden, das auf eine Insulinresistenz schließen lässt oder eben nicht.

Kleiner Hinweis: In den Praxen und der Apotheke wird man dir sagen, dass du Saft trinken musst. So nennen sie den Glukosesirup, weil man versucht, ihn mit etwas Farbe und Aroma erträglich zu machen. Er schmeckt dennoch furchtbar süß. Aber ein richtiger Saft aus Trauben ist das auf keinen Fall. Das kannst du auch auf der Packung nachlesen.

Wie funktioniert der oGTT?

Wenn du Kohlenhydrate isst, zerlegt dein Körper diese in die einzelnen Bausteine (Glukose = Zucker). Das führt zu einem kurzzeitigen Anstieg der Blutzuckerkonzentration, gefolgt von einem Anstieg des Insulinspiegels. Das Insulin sorgt dafür, dass der Zucker aus dem Blut auf ein normales Level gebracht wird, indem das Insulin den Zucker in die Zellen transportiert. So ist es zumindest, wenn du gesund bist.

Wenn du einen oGTT machst, kann festgestellt werden, ob dein Körper schnell und in ausreichender Mengen Insulin produziert, oder ob es zu langsam passiert oder viel zu viel Insulin ausgeschüttet wird. Je nachdem bist du dann „nur“ insulinresitent oder schon Typ-2-Diabetiker oder eben wie ich, Prä-Diabetikerin bzw. hyperinsulinämisch.

Wer führt den oralen Gluskosetest durch?

Normalerweise nicht die Ärzte, sondern die Angestellten, die in der Praxis die Blutabnahme vornehmen können. Fachfragen kannst du da also nicht stellen. Lies dich also vorher gut in das Thema ein.

Mein wichtigster Tipp: Als ich meinen Zuckerbelastungstest gemacht habe, war es bei jeder Blutabnahme  eine andere Assistentin. Das hat dazu geführt, dass nur es nur die erste richtig gemacht und aufgeschrieben hat, dass bei mir auch der Insulinspiegel mitgemessen werden soll. So kam es, dass ich bei der Nachbesprechung keine Aufzeichnung von meinen Insulinspiegel bekam. Wenigsten hatte ich aber meinen Ausgangswert und die Werte meines Blutzuckers und so konnte die Ärztin voller Gewissheit sagen, dass bei mir eine Hyperinsulinämie vorliegt.

Und so bereitest du dich richtig auf den Zuckerbelastungstest vor:

#1 Jahreszeit und Geschlecht

Meine persönliche Empfehlung ist es, den Zuckerbelastungstest nicht im Hochsommer zu machen. Man darf nämlich davor und währenddessen nichts trinken, weil sonst das Ergebnis verfälscht wird. Such dir einen Termin im Frühjahr oder Herbst aus, dann ist es einfacher.

Wenn du eine Frau bist: Dein Termin sollte mit deinem Zyklus abgestimmt werden. Frag deinen Arzt, wann der beste Zeitpunkt ist (idealerweise nicht während deiner Menstruation).

#2 Sobald du das Rezept für den Glukosesirup/Saft hast

Für den „Saft“, wie der Glukosesirup genannt wird, bist du selbst verantwortlich. Bestell ihn dir ein paar Tage zuvor in der Apotheke.

#3 In den Tagen vor dem Test

Zunächst einmal musst du dich in der Woche zuvor vorbereiten. Du musst ausreichend Kohlenhydrate essen (150 gr am Tag waren es in den Unterlagen, die mir meine Ärztin mitgegeben hat, es kann aber sein, dass bei dir etwas anderes steht). Wenn du weniger isst, kann es sein, dass dein Ergebnis verfälscht wird.

#4 Am Abend zuvor

Trinke sehr viel Wasser, denn morgens darfst du nichts trinken. Auch während des Tests darfst du nichts trinken. Manchen Praxen gehen damit etwas laxer um, aber ich finde das nicht richtig, weil das Ergebnis verfälscht werden kann. Auch Tee und Kaffee sind tabu. Diese beiden Getränke erhöhen den Insulinspiegel ein wenig. Wusstest du, dass sogar Früchtetee Zucker enthält und somit eine Insulinreaktion auslösen kann, wenn man sehr empfindlich ist?

Trinke also mehr als gewöhnlich am Abend vor dem Test und verzichte morgens aufs Trinken. Bereite dich bitte auch mental darauf vor.

Pack den Saft mit in deine Tasche am Vorabend. Morgens ohne etwas trinken zu dürfen aus dem Haus zu gehen, kann dazu führen, dass du dich schlechter konzentrieren kannst. Stress dich also nicht unnötig und bereite alles am Vorabend vor.

#5 Am Morgens des Tests

Denk an den Glukosesirup. Sei pünktlich in der Praxis.

Nimm dir Wasser mit: Wenn du fertig bist mit dem oGTT, wirst du sehr durstig sein. Pack dir am besten eine Flasche Wasser abends in deine Tasche, damit du sie auf keinen Fall vergisst.

Nimm etwas zu essen mit: Wenn wie bei mir dein Insulinspiegel in die Höhe schnellt, riskierst du eine Unterzuckerung. Darauf hatte mich niemand vorbereite und es wäre gut gewesen zu wissen, dass mir das passieren kann. Nimm also etwas zu essen mit.

Während des Zuckerbelastungstests

#1 Nimm dir etwas mit, was dich beschäftigt

Zwei Stunden können lang sein. Irgendwann sind die guten Zeitschriften im Wartezimmer ausgelesen. Nimm dir etwas mit, womit du dich wirklich gut beschäftigen kannst und was nicht allzu viel Konzentration in Anspruch nimmt. Ein Buch, einen Podcast, egal was.

#2 Stell dich auf eine Achterbahnfahrt ein

Stell dich darauf ein, dass mehrfach in dasselbe Loch im Arm gestochen wird. Das kann etwas schmerzhaft sein. Aufgrund meiner Hyperinsulinämie kam es zunächst zu einem Konzentrationshoch und dann ging es steil bergab in die Unterzuckerung. So wie es vor meiner Ernährungsumstellung jeden Tag der Fall war.

Nach dem Zuckerbelastungstest:

Laß dich abholen

Der Test heißt nicht umsonst Zucker-Belastungs-Test. Ich habe ihn als große Belastung empfunden. Lass dich nach Hause bringen, besonders wenn du zu Unterzuckerungen neigst.

Viel trinken

Du solltest morgens nichts trinken und darfst während des oGTT auch nichts trinken. Nimm dir also eine große Flasche Wasser mit, denn du wirst sehr durstig sein.

Keinen Zucker, Low-Carb und Fett essen

Wenn du wie ich schon eine zeitlang zuckerfrei und ketogen gegessen hast, wird es dir leichter fallen, Zucker und Kohlenhydrate wegzulassen, aber du wirst auch wieder Entzugserscheinungen verspüren. Ich hatte zum Glück frei und habe mich mehrere Tage richtig krank gefühlt.

Nimm dir die Zeit, deinen Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen

Wenn du wie ich bereits deine Ernährung umgestellt hast, dann wird der Zuckerbelastungstest dich vielleicht etwas aus der Balance werfen. Denke daran: Nur die ersten 3 Tage sind schlimm. Dann sind Blutzucker und Insulin wieder da, wo sie sein sollen. Ich habe mich nach meinem Test so elend gefühlt, dass ich für zwei Tage im Bett geblieben bin. Ich fühlte mich erschöpft, aber ich wußte: Ich war durch und hatte es geschafft. Aber die Erinnerungen an mein Leben auf Zucker waren wieder da. Es war nicht ganz einfach, damit konfrontiert zu werden, aber ich habe eine Menge gelernt.

Mach dich darauf gefasst, dass du hungrig sein wirst

Wenn das Insulin deine Hormone so richtig schön durcheinander gewirbelt hat, kann es sein, dass du Hunger verspüren wirst. Track deine Markos, aber nicht deine Kalorien, versuche auch nicht, deinen Körper mit Intervallfasten zu fordern. Mach es so, wie du auch die ersten Tage deine Ernährungsumstellung gemeistert hast.

Was tun mit dem Ergebnis des Zuckerbelastungs-Tests?

Jetzt steht da diese Zahl. Der HOMA-Index. Dieser gibt dir an, inwiefern eine Insulinresistenz vorliegt.

  • Bis 2,0 ist alles in Ordnung.
  • Ab 2,0 wird eine Insulinresistenz vermutet.
  • Ab 2,5 ist sie wahrscheinlich.
  • Ein HOMA-Index-Wert ab 5,0 gilt als Durchschnittswert bei Typ-2-Diabetikern.

Mein Ergebnis war eine stolze 2,3. Also ein Hinweis auf Insulinresistenz, aber weniger als 2,5, weshalb die Ärztin mich als hyperinsulinämisch einstufte. Sie konnte anhand meines niedrigen Glukosewertes ablesen, dass mein Körper zu viel Insulin produziert und dieses Zuviel zu viel Zucker aus dem Blut nimmt und ich deshalb nach zuckerhaltigen oder kohlenhydratreichen Speisen jedes Mal eine Unterzuckerung erfahren habe.

Selten hat mich eine Diagnose so sehr gefreut, denn endlich hatte ich Gewissheit und ich kannte ja schon die Lösung.

Ich hoffe, ich konnte dich dazu ermutigen, einen Zuckerbelastungstest zu machen, wenn du befürchtest, insulinresistent zu sein. Bitte beachte: Ich bin keine Ärztin und kann hier nur mein Laienwissen wiedergeben. Dies stellt in keiner Weise einen Ersatz für eine professionelle Behandlung dar, sondern soll lediglich der Information dienen und dir die Angst vor dem Test nehmen.

Eure Fragen auf Instagram:

#1 Wird beim oGTT der Insulinwert mehrfach gemessen und geht das überhaupt?

Der Insulinwert wird insgesamt drei Mal gemessen: nüchtern, nach einer Stunde und nach zwei Stunden. Das passiert einfach per Blutabnahme.

#2 Wenn die Werte doch normal ercheinen, worn kann man erkennen, dass man trotzdem Diabetes haben kann?

Nur die Nüchternwerte sind normal bei einer Hyperinsulinämie. Deshalb wird auch insgesamt drei Mal Blut abgenommen, um den Verlauf zu überprüfen. Denn nach der Einnahme des Glukosesirups steigt bei einer Hyperinsulinämie der Insulinwert stark an und der Blutzucker sinkt stark ab. Bei einer Typ-2-Diabetes steigt der Insulinwert erst viel zu spät an. Es gibt mehrere Muster, die auf eine Störung des Glukosestoffwechsels hinweisen, und nach einem Fastenzeitraum von 12h (normal bei jeder Blutabbnahme), sind die Werte nur im Falle einer IR oder Typ-2-Diabetes anormal. Bei der Hyperinsulinämie wie bei mir waren sie im Normalbereich, denn es gab ja keine Glukose, die den Insulinwert in die Höhe treiben konnte.

#3 Bei mir wurde Hyperinsulinämie nach der Blutabnahme festgestellt, einen Zuckerbelastungstest habe ich nie gemacht.

Merkwürdig, denn wenn du nur eine normale, einfach Blutabnahme gemacht hast, müsstest du dich nochmals erkundigen, ob da der Blutzuckerwert oder auch der Insulinspiegel gemessen wurde. Das klingt für mich jetzt erst einmal nicht so. Schau bitte genau auf den Befund. Steht dort etwas vom HOMA-Index-Wert? Dieser gibt an, ob du hyperinsulinämisch, insulinresistent oder schon Typ-2-Diabetiker bist.

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