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Für eine ganze Generation ist Veganismus zu einem probaten Lebensentwurf geworden. Nur wenige meiner Millennial Peers sind nicht davon überzeugt, dass eine vegane Ernährung zumindest irgendwie gesund ist. Ich selbst habe viele unterschiedliche Ernährungsformen ausprobiert und vergleiche sie in diesem Beitrag Veganismus und Rohkost miteinander. Das überraschende Ergebnis: Rohkost schneidet wesentlich besser ab.

Roh oder vegan – was ist der Unterschied?

Der wesentliche Unterschied von Rohkost zu allen anderen Ernährungsformen ist der, dass ausschließlich Lebensmittel verzehrt werden, die unter 40 Grad Celsius verarbeitet wurden. Begründet wird dies immer gerne mit ein und demselben Totschlagargument: Bei über 40 Grad sterben die Enzyme ab. Bis heute konnte mir kein Rohköstler sagen, um welche Enzyme es sich genau handelt und warum das so schlimm sein soll. Das liegt daran, dass in der Rohkostliteratur jeder von jedem abschreibt und nichts hinterfragt wird. Auch fühlen sich überproportional viele mittelmäßig gebildete Sozio-Ökologen zur Rohkost hingezogen, kein Wunder, dass da nicht genau nachgehakt wird. Solange alles schön nach Hippie-Harmonie klingt, passt es ins Weltbild. Mit ein paar Eso-Vibes versehen, wird ein Lebensstil draus.

Das war zu meiner Rohkostzeit noch nicht so. Man blickte aus einer anderen Perspektive darauf, nämlich aus der einer natürlichen Ernährungsweise. Aus dieser Sicht bezieht man dann auch die Ernährung von Naturvölkern ein, wobei es nicht ein einziges Naturvolk gibt, dass die Nahrung zu einem bunten Brei vermengt und mit Pülverchen vom anderen Ende der Welt mischt, große Mengen an Obst verzehrt und Yoga macht. Naturvölker essen bevorzugt tierische Lebensmittel und diese sogar roh. Das leuchete mir ein und deshalb entschied ich mich für die Instincto-Rohkost, bei der auch tierische Lebensmittel verzehrt werden. Das ging solange gut, bis mir ein Vögelchen flüsterte, dass der Begründer auch einen pädophilen Kult ins Leben gerufen hatte und damit war die Sache für mich erledigt und ich wechselte zur stylischen veganen Rohkost, vertreten von ewig jungen, sonnengebräunten Kaliforniern. Dennoch: Die Sache mit den tierischen Produkten in der Ernährungsweise von Naturvölkern hat mich nicht losgelassen.

Was ich außerdem wahrnehme ist, dass die veganen Rohköstler, die dabei geblieben sind, 10-15 Jahre später entweder auseinandergegangen sind wie ein Hefeteig und wie Alkoholiker aussehen, unter schweren Erkrankungen leiden oder schlicht zu schnell gealtert sind. Diejenigen, bei denen das nicht der Fall ist, sind nicht 100&-ig vegan bzw. roh, das habe ich selbst gesehen. Ernährung ist eben auch eine Frage der Wahrnehmung und in der Wahrnehmung von einigen ist hier und da ein Häppchen Fisch, Joghurt, Käse oder anderes vereinbar mit der Aussage, dass man sich hundertprozentig rohvegan ernährt. Case closed.

Junkfood und Schokolade

Worin sich meine rohe und vegane Ernährung deutlich unterschied – und ich vermute, dass ich deshalb solange damit erfolgreich war – ist das Ausmaß an Junkfood für beide Ernährungsformen. Die ersten veganen Supermärkte kamen auf, als ich schon damit abgeschlossen hatte, und das ist auch gut so. Wenn man sich ansieht, was da alles verarbeitet und zu verteuerten Preisen angeboten wird, muss man sich nicht wundern, dass eine ganze Generation über gesundheitliche Probleme klagt. Nicht auszudenken, wie es mir mit all dem Tofudreck, den zuckerhaltigen Ersätzen und vor allem jeder Menge infantiler Plastiknahrung ergangen wäre. Wer sich beispielsweise auf Instagram mal umsieht, was so alles als vegan dargestellt wird, der wird verstehen, was ich meine. Agavendicksaft, chemischen Zusätzen und insulinerresistenzerzeugenden Kreationen von höchster Denaturierung in allen erdenklichen Farben des Regenbogens, denn schließlich sind viele Veganer derart depressiv, dass sie zur Aufheiterung bunte Haare und Lebensmittel brauchen, damit sie noch einen Sinn in ihrem Leben sehen können. Neben Tieren retten, solange es ihr niedriger Energiepegel zulässt.

Besonders auffällig ist der hohe Zuckergehalt in veganer Nahrung. Nicht nur der natürliche Zucker, der für viele schon zu viel sein kann. Wenn man sich Videos von veganen Influencern anschaut, dann scheinen sie alle nur auf eins Hunger zu haben: Schokolade. Schokolade besitzt ein hochkomplexes chemisches Profil, das übrigens nicht synthetisch hergestellt werden kann. Deshalb ist gute Schokolade so teuer. Man kommt um den Anbau nicht herum. Neben den stimmungsaufhellenden Stoffen in Schokolade enthält Kakao aber auch leider sehr viel Oxalsäure, die verhindert, dass Nährstoffe vom Körper aufgenommen werden können. Ganz zu schweigen von den Unmengen an Zucker oder Zuckerersatzstoffen. Schokolade als gesundes Lebensmittel? Ich glaube nicht.

Was Veganismus von Rohkost unterscheidet ist vor allem eins: Es geht gar nicht um Gesundheit. Es geht um Tierrechte, Ideologie, Identität und einen sehr lukrativen Absatzmarkt. Während Rohköstler mit aller Macht nach dem ultimativen Gesundheitszustand suchen, suchen Veganer nach ihrem Seelenheil durch eine Politisierung des Essens zugunsten der Tiere. Dazu bauen sie kunstvolle Rhetoriken auf und versehen diese mit brutalen Bildern (die ja durchaus der Realität entsprechen). Vom Standpunkt der Kommunikation bedienen sich Veganer gerne propagandaähnlichen Techniken und haben überhaupt keine Probleme damit, wissenschaftlich belastbare Fakten zu ignorieren. Das ist ok, solange betont wird, dass es bei Veganismus um eine Tierrechtsbewegung geht. Es ist nicht ok, wenn es um Gesundheit geht. Nicht umsonst tobt seit Monaten ein Krieg auf YouTube, weil viele Vorzeigeveganer gestehen, nicht mehr vegan zu sein, weil sie gesundheitliche Probleme hatten, die sich immer mehr verschlechterten. Merkwürdigerweise sprechen diese Menschen von fast immer denselben Symptomen. Das sollte einem doch zu denken geben.

In der Rohkostszene verhielt sich das übrigens anders, man tauschte sich aus und jeder hatte seine Baustellen. Nur die Instinctos waren verbohrt und blieben gerne für sich, was nicht verwundert bei deren freakiger Essensart, bei der gerne säckeweise eingeflogene Lebensmittel mitgeschleppt werden. Aber auch die Gourmet- Rohköstler waren nur bedingt besser. Mit großen Mengen an Zuckern jeglicher Art versehen, allen voran Agavendicksaft und Kokosblütenzucker, wurde diese Form von den Hardlinern gerne belächelt, von der nach Gesundheit suchenden Menge aber nur allzu gern angenommen. Eine neue Identität mit Werten bietet die Rohkost bis heute nicht an. Es gibt keine Codes, an denen man Rohköstler erkennt. Deshalb gibt es von ihnen auch so wenige. Es fehlt das Sinnangebot, das der Veganismus bietet.

Während meiner rohen Zeit habe ich Folgendes gegessen: Obst, Gemüse, Sprossen und Nüsse. Später kamen Nahrungsergänzungen wie Vitamin B12 hinzu und die bereits oben erwähnten bunten Pulver a.k.a. Superfoods Als Veganerin änderte sich das zugunsten von Gemüse, Hülsenfrüchten und Getreideprodukten.  Was ich nicht oder nur in sehr geringen Mengen verzehrt habe, war all das abgepackte Zeug, das man mittlerweile auch in konventionellen Supermärkten findet. Mein Glück. Wer weiß, ob ich nicht auch unter  einem Leaky Gut Syndrome oder sonstwas gelitten hätte.

Meine zunächst rohe Sichtweise, also alles so natürlich wie möglich zu verzehren, bringt mich dann auch zu dem Schluss, dass Rohkost meiner Ansicht nach besser ist als eine vegane Ernährung, eben weil die Ideologie fehlt (mit Ausnahme der Instinctos) und die Gesundheit im Zentrum steht, was hochverarbeitete Lebensmittel ausschließt. Das ist heute leider anders. Auch Rohköstler bingen mit Schokolade.

Völlige Ignoranz

Diesen Beitrag beende ich mit dem, was beide Ernährungsformen verbindet: Die vollkommene Ignoranz gegenüber dem Körper, seinem Nährstoffbedarf, dem Stoffwechsel und dem Insulinmechanismus. Im oben erwähnten YouTube-Krieg fährt die Gegenseite der Veganer harte Geschosse auf, teilweise werden diese auch auf Rohveganer gerichtet. Dazu bedienen sie sich der Bilder, die von Veganern und Rohveganern seit Jahren ins Netz gestellt werden und anhand derer nachgewiesen werden kann, dass eine vegane Ernährung – egal ob roh oder gekocht – zu eindrucksvollen Mangelerscheinungen führt. Besonders eindrucksvoll sind dabei die knochigen Schultern, die eingefallenen Augen, die fahle Haut, das vorzeitige Altern, Zahnverlust, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und häufig Untergewicht. Einige zeigen auch schwere Verhaltensauffälligkeiten.

Darf man nun alle Veganer und Rohköstler über einen Kamm scheren? Nein, aber die Ernährungsformen. Denn es gibt nur sehr wenige Beispiele von Einzelpersonen, die über einen langen Zeittraum mit diesen Ernährungsformen erfolgreich sind. Wie ich bereits oben erwähnte, so liegt das nicht selten daran, dass gar nicht hundertprozentig roh, rohvegan oder vegan gegessen wird. Sehr wenige kommen tatsächlich dauerhaft mit diesen  Ernährungsformen zurecht. Warum rohe oder vegane Ernährung dennoch für manche funktioniert, hat noch einen weitern Grund, der eher einem Denkfehler gleicht: Es geht nicht darum, was man isst. Es ist viel wichtiger, was man nicht isst. Im Falle der Rohkost sind das alles stark verarbeitete Lebensmittel, entzündungsfördernde Pflanzenöle, Zucker und vor allem Gluten.

Diese wenigen Beispiele als Blaupause für alle zu nehmen, halte ich nicht nur für falsch, sondern auch für gefährlich. Wer ernsthaft eine „One size fits all“-Lösung daraus machen möchte, macht sich mitschuldig am Verfall einst gesunder junger Menschen und dem Tod des sieben Monate alten Jungen aus dem belgischen Derndemond, dessen Eltern eine 18-moantige Haftstrafe auf Bewährung verbüßen. Wer mit seinem gefährlichen Halbwissen soweit geht, den bestraft das Leben, in ganz extremen Fällen sogar mit dem Tod.

Lies jetzt meine ganze Geschichte nach und wie ich zur zuckerfreien, ketogenen Ernährung gekommen bin.

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