Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information, stellt meine subjektive Meinung dar und ersetzt keinen Arztbesuch. Ich schließe jegliche Haftungen aus.

Neulich auf Instagram: Ein Mitglied meiner Community, das sich für Diabetes-Aufklärung einsetzt und wirklich gute Beiträge einstellt, wird von einer anderen, ebenfalls an Diabetes erkrankten Person verbal angegriffen. Was war passiert und warum Diabetiker gerne die Opferrolle einnehmen, darum geht es in diesem Beitrag.

Wie kam es überhaupt dazu, dass sich die Person so kritisch gegenüber dem Community-Mitglied verhielt? Das Mitglied hatte einen Beitrag eingestellt, in dem es darum ging, dass sich viele Diabetiker gegen die Vorstellung wehren, dass Diabetes heilbar sei. Diese Aussage allein ist schon untersuchenswert. Denn dazu muss man wissen: Es gibt insgesamt sechs Arten von Diabetes, vier davon sind so selten, dass ich mich damit nicht weiter befasse, auch weil es mich nicht betrifft. Da bleiben nur noch Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Zwei vollkommen unterschiedliche Erkrankungen.

Typ 1, Typ 2: Was ist der Unterschied?

Bei Typ-1-Diabetes zerstört das Immunsystem die Bauchspeicheldrüse. Dadurch haben Betroffene zu wenig Insulin und müssen dieses injizieren. Typ-1-Diabetes tritt nicht gehäuft in Familien auf und es sind auch „nur“ 300.000 Menschen in Deutschland damit diagnostiziert. Eine schlimme, leider tatsächlich unheilbare Krankheit. Aber auch hier gibt es tolle Menschen, die sich nicht kleinkriegen lassen und ihre Geschichte erzählen und so anderen helfen.

Anders verhält es sich bei der Typ-2-Diabetes: 7,5 Millionen sind Typ-2-Diabetiker (Stand 2018), min. 2 Millionen zusätzlich sind nicht diagnostiziert. Typ-2-Diabetes tritt häufig in Familien auf. Typ-2-Diabetes ist ein Zuviel an Insulin aufgrund eines viel zu hohen Zuckerkonsums, weshalb der Körper gegen das viele Insulin resistent wird. Das geht mit vielen schlimmen Folgeerkrankungen einher, z.B.: Herzerkrankungen, Gefäßerkrankungen, Nierenerkrankungen etc. Die Liste ist lang. Die gute Nachricht: Die zugrundeliegende Ursache, die Insulinresistenz, ist umkehrbar durch eine Ernährungsumstellung. Ich selbst habe so eine vollzogen und war innerhalb von 14 Monaten symptomfrei.

Wie habe ich das gemacht? Habe ich mich an die Vorschriften gehalten und immer schön sechs stärkebasierte Mahlzeiten gegessen und möglichst viel Sport gemacht? Mit Sicherheit nicht. Ich habe mich als erstes schlau gemacht: Was ist Insulin, wie wirkt es, wie sollte man essen, wenn man zu viel davon hat? Das war eine steile Lernkurve, in der ich alles, was ich bisher über Ernährung gelernt hatte, neu überdenken musste. Und wenn du meine Geschichte kennst, dann weißt du, dass ich mich seit Jahren mit Ernährung befasse.

Was habe ich denn nun getan, um nicht mehr insulinresistent zu sein? Ich habe die Lebensmittel, die eine hohe Insulinausschüttung mit sich bringen, ausgeschlossen und das Zeitfenster, in dem ich esse, eingegrenzt. Das nennt man auch Intervallfasten, wobei ich persönlich alles, was weniger als 24h ist, nicht als fasten bezeichnen würde, aber darüber kann man diskutieren. Viel interessanter ist aber, was ich nicht mehr getan habe:

  • Ich habe keine Medikamente genommen
  • Ich habe keinen Sport gemacht, dafür war ich viel zu krank
  • Ich habe nicht sechs Mal am Tag gegessen
  • Ich habe weder Zucker noch Stärke konsumiert

Wenn ich meinen Insulinresistenztest wiederhole, wird man sehen können, dass mein Körper die Insulinresistenz zurückgebildet hat.  Genau das aber wollen viele Diabetiker nicht hören. Man hat fast den Eindruck, als wollten sie Bestätigung dafür, dass sie Opfer ihrer Umstände sind.

Dieses Phänomen ist mir übrigens schon häufiger begegnet. Kranke, die gar nicht gesund werden wollen. Warum? Für mich ist es nicht nachvollziehbar, aber mein Leidensdruck war auch nicht mehr zu ertragen. Aber stimmt es, dass man rein zufällig Typ-2-Diabetiker und Opfer mysteriöser Umstände wird?

Typ-2-Diabetes ist eine Lifestyle-Frage

Es ist mittlerweile im Mainstream angekommen, dass Zucker als einer der Auslöser für Adipositas und Diabetes gilt. Nur leider wird dieses hochspezielle Geheimwissen von vielen Ärzten nicht weitergegeben. Manche streiten es sogar ab, obwohl die Studienlage eindeutig zeigt, dass es so ist: Wer viel Zucker isst und wessen Körper damit ein Problem hat, der bekommt Übergewicht und Diabetes. Ende der Diskussion.

Was Ärzte wie Dr. Jason Fung (Werbung?) aber auch zeigen: Übergewicht und Diabetes haben ein und dieselbe Ursache und das ist – Überraschung – zu viel Insulin. Wer hätte das gedacht! Er erklärt das so:

Zu viel Zucker = zu viel Insulin = Insulinresistenz = Fetteinlagerung,

und ab da ist man in einem Teufelskreis. Wobei viele Insulinresistente nicht übergewichtig werden. Das ist ja das Perfide daran. Aber Insulinresistenz ist auch nur bedingt eine Krankheit. Es könnte sein, dass es durchaus Lebensphasen gibt, da hilft die Insulinresistenz, aber da schweife ich nun ab. Viel wichtiger ist, dass es aus diesem Teufelskreis einen sehr einfachen Ausweg gibt.

Wissen. Macht. Gesund. Und hilft beim Abnehmen.

Das einzige, was wirklich bei Insulinresistenz hilft, ist Wissen. Wissen darüber, wie Insulin wirkt (nämlich anabol, also aufbauend, und unser Körper kann immer nur entweder abbauen oder aufbauen) und das alles, was wir konsumieren, mit Ausnahme von Wasser, eine Insulinausschüttung erzeugt. Daraus ergibt sich die logische Folge:

Zu viel Insulin > insulinogene Lebensmittel vermeiden > so selten wie möglich essen > Lifestyle-Anpasssungen vornehmen (keinen insulinogenen Lebensmittel, Ernährungsgewohnheiten umstellen. Sport, viel schlafen)

So habe ich es gemacht und so machen es Millionen anderer und erzielen hervorragend Ergebnisse damit. Das einzige Problem dabei ist, dass man seine Opferhaltung ablegen und sich die Informationen beschaffen muss. Ich gehe nicht davon aus, dass ich metabolisch einzigartig bin. Ich denke, ich bin wie viele andere. Ich nehme schnell zu (zu viel Insulin), ich faste nicht wirklich gerne (zu viel Insulin), ich hätte mir vor meiner Umstellung niemals vorstellen können, auf Süßes gerne zu verzichten (zu viel Insulin). Heute weiß ich: Was hab ich mal wieder für ein Glück gehabt! Nie wieder werde ich so essen, wie ich vor meiner Umstellung gegessen habe.

Was war jetzt aber mit der Person auf Instagram– ist sie dem Schicksal der Typ-2-Diabetes ausgeliefert? Ich habe mich ein wenig auf dem Insta-Profil der Person umgesehen. Und was soll ich sagen?

Schokoriegel und Reiswaffeln

Ich schaue mich um und kann nur mit dem Kopf schütteln: Ein Großteil der Bilder zeigt die Person im Fitnessstudio, alles andere als happy, dass sie dort sein darf. Und was gibt es „als Belohnung“? Schokoriegel und Reiswaffeln.

Außerdem raucht die Person. Als ob die Gefäße nicht schon genug geschädigt würden durch das viele Insulin. Rauchen ist wirklich das allerletzte, was man tun sollte als Diabetiker. Aber sie weiß es natürlich besser, weil ihr toller Diabetes-Doktor ihr schon alles sagen wird (Opferrolle). Dann wird er ihr sicherlich auch sagen, dass sie aufhören soll mit dem Rauchen. Wie man aber an den Bildern sehen kann, tut sie es nicht.

Genauso schlimm ist aber, was die Person isst: „Proteinriegel“, mit Schokolade überzogen, und Reiswaffeln. Reiswaffeln bestehen aus Stärke, Stärke ist Zucker, reine Glukose. Meinst Du, dass es gut ist, solche Mengen an Zucker zu essen, wenn du zuckerkrank bist? Diese Frage kannst du nur selbst beantworten.

Was war ist aber nun mit den Proteinriegeln? Sind sie eine gute Alternative zum gewöhnlichen Schokoriegel? Nicht unbedingt. Ein kleiner 45-Gramm-riegel enthält so viele Kalorien wie eine halbe Mahlzeit (nur ohne das Volumen und die anderen Nährstoffe), der Zuckergehalt ist abhängig von der Rezeptur. Weshalb ich jedoch so einen Chemie-Schrott niemals essen würde ist das reine Eiweißpulver. Denn Eiweiß erzeugt auch viel Insulin, nicht so viel wie Zucker, aber auch nicht so wenig wie Fett. Wenn man jetzt reines Eiweißpulver ohne die Ballaststoffe und Fette eines vollständigen Lebensmittels konsumiert, ist das dann grundsätzlich eine gute Wahl? Sollte man das essen, wenn man zu viel Insulin hat? Auch diese Frage musst du dir selbst beantworten.

BCAAs und Insulinresistenz

Was die Person trinkt ist übrigens auch nicht zu verachten: BCAAs! BCAAs sind künstlich hergestellte essentielle Aminosäuren. 2016 wurde nachgewiesen, dass BCAAs mit Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes assoziiert werden. Ich zitiere hier aus der Review von Yoon (The Emerging Role of Branched-Chain Amino Acids in Insulin Resistance and Metabolism):

„Even though BCAAs have been reported to improve metabolic health, an increased BCAA plasma level is associated with a high risk of metabolic disorder and future insulin resistance, or type 2 diabetes mellitus (T2DM). The activation of mammalian target of rapamycin complex 1 (mTORC1) by BCAAs has been suggested to cause insulin resistance. In addition, defective BCAA oxidative metabolism might occur in obesity, leading to a further accumulation of BCAAs and toxic intermediates.“

Aber ja, ihr Diabets-Doktor UND ihr Personal Trainer werden schon wissen, was sie tun…

Wisst ihr, an wen mich diese Person und ihr BCAA-Konsum erinnert? An meinen adipösen Chef.

Mein Fazit: Typ-2-Diabetes? Die Informationen sind längst da, das Community-Mitglied und ich auch sind sehr darum bemüht, in unserer spärlichen Freizeit diese Informationen zu verbreiten und mit gutem Beispiel voran zu gehen. Fällt uns das leicht? Nein. Machen wir es trotzdem, denn es muss nicht immer alles leicht sein im Leben? Ja. Weil wir es uns wert sind.

Ich weiß, was ich erreicht habe und wie ich es erreicht habe. Im Gegensatz zu anderen, die diese Erkrankungen eben nicht durchgemacht haben, besitze ich Insights, die Ärzte, Ernährungsberater und Personal Trainern fehlen.

Wer weiterhin das Opfer spielen und sich bemitleiden will, der kann das gerne tun, soll mich und alle, die gesund sein wollen, aber in Ruhe lassen.

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