Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information, stellt meine subjektive Meinung dar und ersetzt keinen Arztbesuch. Ich schließe jegliche Haftungen aus.

Mich erreichen öfters Nachrichten, in denen man mich fragt, wie ich es schaffe, zuckerfrei und Low-Carb zu essen. Dass es vielen schwer fällt, Zucker dauerhaft vom Speiseplan zu verbannen und gesund zu essen, sogar wenn sie schon wissen, dass sie dabei sind, eine Typ-2-Diabetes auszubilden, hat mich erst einmal überrascht. Denn mir fiel die Umstellung sehr leicht. Also bin ich in mich gegangen und habe darüber nachgedacht, warum das so ist. Ich habe vier Gründe gefunden, warum es schwer fallen kann, eine Ernährungsumstellung durchzuführen und dauerhaft beizubehalten. Spoiler: Es hat NICHTS mit Motivation zu tun.

Ich habe meine Ernährung schon öfters umgestellt. Das erste Mal mit Anfang 20, als ich erst Rohköstlerin und dann Rohkost-Veganerin wurde. Dann nach acht Jahren vegan und glutenfrei, dann High-Carb-Low-Fat, bis ich schließlich bei zuckerfrei und ketogen gelandet bin. Ich gehe nicht davon aus, dass ich mich in einem Jahr so ernähren werde wie heute. Ich esse ja schon jetzt nicht mehr so wie vor einem Jahr. Meine Gesundheit verbessert sich zunehmend und ich probiere ständig neue Dinge aus. Meine Neugierde ist also nicht ganz unschuldig daran, dass es mir leicht fällt, Gewohntes zu verlassen. Es fällt mir sehr leicht, mich auf Neues einzustellen. Das allein reicht vielleicht schon, um zu begründen, warum mir meine Ernährungsumstellungen auch dauerhaft leicht fallen.

Was aber, wenn dem so nicht ist? Woran kann es liegen? Hier sind vier Gründe, weshalb dir eine dauerhafte Ernährungsumstellung schwer fällt und du immer wieder rückfällig wirst.

#1 Du weißt zu wenig

In alten Hollywoodfilmen gerät die Heldenfigur ja gerne in Schwierigkeiten, wenn sie zu viel weiß. Bei der Ernährung ist das aber anders. Auch wenn es verwirrend ist und vieles noch gar nicht wirklich bewiesen, oder nur auf bestimmte Gruppen zutreffen kann, solltest du alle Quellen zu Rate ziehen, um dir das nötige Wissen anzueignen. Dass du dafür auch mal mehr als ein Lifestyle-Buch lesen musst, versteht sich wohl von selbst.

An anderer Stelle erzählte ich bereit von der schwer übergewichtigen Frau, die mir auf dem Flohmarkt begegnet ist. Bereits mit Insulinresistenz diagnostiziert und kurz vor der Typ-2-Diabetes stehend, wollte sie partout Zucker nicht aufgeben: „Zwei mal die Woche Zucker muss einfach sein.“ Was sie damit meint: Zusätzlich zu all dem zugesetzten Zucker in ihrer Ernährung (sonst wäre es nicht so weit gekommen), zog sie sich vermutlich zwei Mal die Woche mehr als ein Stück Kuchen rein. Das allein würde gar nicht ausreichen, um so einen Schaden zu verursachen, aber das ist nur meine Meinung.

Was diese Frau einfach nicht wusste: Es geht nicht um Blutzucker, es geht um Insulin. Wenn du vom Zucker nicht ablassen kannst, so meine persönliche Meinung, liegt vielleicht schon eine Insulinproblematik vor. Zu viel Insulin macht hungrig. Jeder, der insulinresistent ist, wird dir das bestätigen können. Und was verlangt der Körper, wenn man hungrig ist? Zucker, weil der Blutzucker aufgrund des hohen Insulins zu niedrig und man kurz vor der Unterzuckerung ist.

Die ersten drei Tage, die ich mich auf zuckerfrei und ketogen umgestellt habe, waren unangenehm, aber besser als das davor. Insgesamt hat es etwa 14 Tage gedauert, bis mein Körper sich vollständig auf Fettverbrennung umgestellt hatte und seitdem kenne ich Hunger auf Süßes nur noch ein Mal im Monat, und das finde ich sehr in Ordnung. Denn ich bekämpfe diesen Hunger nicht mit kiloweise Obst oder einem Glas Dattelmus, weil ich von so hochkonzentriertem Fruchtzucker nichts halte. Sogar Gemüse und Käse schmecken mittlerweile süß für mich.

Es ist nun einmal so: Alle Kohlenhydrate lassen den Blutzucker und den Insulinspiegel ansteigen. Wenn du immer noch Heißhungerattacken hast und nicht vom Zucker loskommst, dann mach einen Zuckerbelastungstest, um sicherzustellen, dass du nicht schon insulinresistent bist.

#2 Körperliche Ursachen

Bis zu meiner Umstellung auf zuckerfrei und Low-Carb konnte ich mir absolut nicht vorstellen, länger als ein paar Wochen auf Süßes zu verzichten, oder auf Brot, Nudeln, etc. Ich spürte zwar, dass mich diese Dinge nicht satt machten, dachte aber immer, dass es an mir liegen muss. An meiner Willensschwäche, an meinem schwachen Körper. Heute weiß ich: Es war das Insulin. Das Zuviel an Insulin sorgte dafür, dass mehrmals am Tag mein Blutzuckerspiegel unter das gesunde Niveau absank und deshalb bekam ich schlimmen Hunger und Heißhunger. Als ich den Zuckerbelastungstest gemacht habe im September 2018, durfte ich alle Symptome noch einmal durchleben. Obwohl ich zu dem Zeitpunkt bereits sechs Monate ketogen und zuckerfrei gelebt hatte. Eine sehr lehrreiche Erfahrung für mich. Sie hat mich nur darin bestärkt, denn ich wusste ja, dass für mich ein anderes Leben möglich ist.

#3 Dein Warum ist zu schwach

Wenn du meine Geschichte noch nicht gelesen hast, dann kennst du meine Gründe nicht, warum ich meine Ernährung umgestellt habe. Ich hatte kurzgefasst drei Hauptsymptome: Ich war immer hungrig, meine Hormone waren außer Rand und Band und ich hatte unsägliche Fußschmerzen. Alles verschwand innerhalb der ersten zwei Monate meiner Umstellung. Ich würde niemals wieder so essen wie vorher, denn eine konventionelle Ernährung hat mich in die Situation gebracht, in der ich vor der Umstellung war: müde, hungrig und krank.

Diese Erfahrung hat mich derart geprägt, dass ich nicht motiviert bin, in nächster Zeit Kuchen zu essen. Auch keinen Low-Carb-Kuchen mit Zuckerersatzstoff. Wenn du keine oder nur milde Symptome hast, dann wird es schwer werden, den Zuckerentzug durchzuhalten. Der persönliche Leidensdruck entscheidet. Ist dieser nicht groß genug, wirst du auch nichts verändern oder ständig rückfällig werden.

Einfach nur abnehmen zu wollen ist aus meiner Sicht der schwächste Grund, um seine Ernährung umzustellen. Es braucht schon mehr.

#4 Ist zuckerfrei und Low-Carb wirklich das Richtige für dich?

Nicht jeder hat eine versteckte Insulinresistenz und aufgrund dessen Probleme mit Zucker. Für manche reicht es auch völlig aus, auf eine moderate Low-Carb-Diät umzustellen. Andere sind so empfindlich, dass sie eine Zero-Carb-Ernährung brauchen. Ernährung ist meiner Meinung nach etwas sehr Persönliches, das sich ständig ändert. Deshalb denke ich auch nicht, dass das, was ich mache, für jemand anders funktioniert.

Du musst das selbst herausfinden und offen bleiben für Veränderungen. Das wichtigste aber ist: Finde dein Warum. Warum willst du dich umstellen? Warum willst du all die süßen Dinge verpassen? Was erhoffst du dir von dieser Umstellung und was ist es dir wert?

Diese Fragen kannst nur du selbst beantworten.

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