Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information, stellt meine subjektive Meinung dar und ersetzt keinen Arztbesuch. Ich schließe jegliche Haftungen aus.

Die Statistiken für Adipositas in Deutschland sind erschreckend. 23,3 Prozent der Männer und 23.9 Prozent der Frauen im Alter von 18-91 sind adipös (Quelle: IFB Adipositas, Universitätsmedizin Leipzig). Leider wird den Betroffenen nicht ausreichend geholfen, aber vielleicht ist das das beste, was ihnen passieren kann. Besonders zugesetzte Zucker und Zucker in Getränken begünstigen die Entstehung von Adipositas und Typ-2-Diabetes, das kann man sogar im Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2019 und im Konsensuspapier der Deutschen Gesellschaft für Ernährung 2018 nachlesen. Da unsere Ernährungsministern Julia Klöckner ja gerne mit Nestlé mauschelt, das umstrittene Video auf Anfrage der Ministerin zustande gekommen sein soll, sollten Adipöse auch nicht auf Hilfe seitens des Staates hoffen.

Nur um eins gleich klarzustellen: Ich greife hier das Beispiel meines adipösen Chefs nicht auf, um mich über adipöse Menschen lustig zu machen. Übergewicht ist nicht zum Lachen. Zugleich nehme ich aber Muster wahr, die übrigens nicht nur adipöse Menschen betreffen. Nun möchte ich mit meinen Beiträgen möglichst viele Menschen ansprechen, und das Thema Adipositas spricht nun mal viele an, egal ob sie selbst betroffen sind oder nicht. Niemand braucht sich auf den Schlips getreten zu fühlen. Ich möchte einfach nur so viel Aufmerksamkeit für meine Botschaft („Mach einen Zuckerbelastungstest“) wie möglich.

Ich hatte mal einen sehr adipösen Chef. An und für sich nichts Besonderes. Wäre er nicht erst Mitte 20 und wären da nicht die vielen Diabetes-Fälle in seiner Familie gewesen. Sehr offensichtlich sogar für das medizinisch ungeschulte Auge, tat mein Ex-Chef wirklich alles, um adipös und zu werden und einen frühen Herzinfarkt vorzubereiten. Ein besseres Vorbild zur Abschreckung hätte mir das Leben echt nicht vorsetzen können. Was ich von ihm gelernt habe, erkläre ich in diesem Beitrag.

Lektion 2 meines adipösen Chefs: Der Bedarf an Information ist riegengroß

„Nein, nein, ich hab keine Diabetes, ich hab mich testen lassen.“ Innerlich ziehe ich die Augenbraue hoch. Wie immer, wenn ich etwas nicht glauben will. Mein damaliger Chef, Mitte 20, gefährlich adipös, ein Liebhaber von Fast Food, Energy Drinks und Stress, zeichnet sich durch eine naive Ärztegläubigkeit aus. Denn vermutlich wurde nur einmal ein Blutbild gemacht, bei dem der Blutzucker mitgemessen wurde. Der Blutzucker ist im Nüchternzustand aber erst erhöht, wenn ein voll ausgebildeter Typ-2-Diabetes vorliegt. Die vielen Stadien davor werden bei einem normalen Blutbild nicht angezeigt. So war es bei mir auch, mindestens 20 Jahre war ich schon hyperinsulinämisch, ohne dass es jemand bemerkt hätte. Dafür muss man einen Zuckerbelastungstest machen.

Erfahre alles über den Zuckerbelastungstest und wie du dich richtig darauf vorbereitest

Neben seinem Platz standen die Tüten voller leerer Dosen der bekannten Hersteller von Energydrinks voller Zucker, Koffein, BCAAs. Alles, was der Körper nicht braucht. Wobei man dem Koffein wirklich nicht die Schuld geben darf. Zucker und dann noch hochkonzentrierte Proteine, wo er sich doch kaum bewegte, das ist einfach zu viel. BCAAs werden von Bodybuildern verwendet. Body Building, oder auch strategischer Insulinmissbrauch, möchte schnell unnatürliches Wachstum erzielen. Dazu isst man sehr viel und trainiert sehr viel und baut sowohl Muskeln als auch Fett auf (Massephase), um anschließend in einem kurzen Zeitraum das Fett abzubauen und die Muskeln zu erhalten (Definitionsphase). Es gibt Hinweise dafür, dass eine erhöhte Konzentration von BCAAs im Blut mit Diabetes Typ 2 assoziiert wird (Lynch, Adams, 2014; Yoon, 2016). Sich diese Drinks häufig zuzuführen ist also das perfekte Rezept, um schnell insulinresistent zu werden.

Was bei Body Buildern erwünscht ist, kann beim Durchschnittsmenschen zur ernsthaften Erkrankung führen. Für mich war mein adipöser Ex-Chef ein sehr anschauliches Beispiel dafür, was man alles tun kann, um Diabetiker zu werden. Was seinen unregelmäßigen Lebenswandel betrifft, so wurde in einer Studie nachgewiesen, dass Schlafmangel die Insulinresistenz erhöht. Neben all den Ernährungsfehlern kommt also auch noch eine falsche Lebensführung hinzu.

Lektion 2 meines adipösen Chefs: Verdrängung

Man verdrängt die Wahrheit ja gerne, jeder Mensch, auch ich. Während es bei Typ-1-Diabetes keine Häufungen in Familien gibt (oder nur selten, zumindest sagen das die Statistiken), verhält es sich bei Typ-2-Diabetes ganz anders. Es gibt eine auffallende Häufung an Typ-2-Diabetes-Fällen in Familien. Wenn du also einen Typ-2-Diabetiker in der Familie hast, dann stehen die Chancen gut, dass du durch zu viel Zucker einen Typ-2-Diabetes ausbilden kannst. Wie unfair, wo doch anderen sich praktisch von Süßigkeiten ernähren und ungeschoren davon kommen. Aber, hey: That`s life. Damit muss ich auch leben. Auch ich konnte nie Fast Food essen, ohne dafür die Quittung zu bekommen. Fast Food, das sich hauptsächlich durch minderwertige Kohlenhydrate auszeichnet, in hoher Häufigkeit und großer Menge verzehrt, kann nicht gut sein. Das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand.

Um die Scham über seinen Zustand zu kompensieren, tat mein Chef das, was viele Adipöse tun: den lustigen Dicken spielen. Immer gut gelaunt, immer ein flotter Spruch auf den Lippen, aber wie es dahinter aussieht, das soll keiner wissen. Wie offensichtlich dieses Theater ist, dessen sind sich viele Betroffene nicht bewusst. Scherze über das Gewicht sollen den Schmerz vertuschen, der dahinter steht und die Unwissenheit.

„Ich hab auch mal Low-Carb gemacht, um abzunehmen“. Nur hilft das halt nicht, wenn du schon drauf und dran bist, Diabetiker zu werden. Dann muss man mehr machen, als einfach nur eine App zu konsultieren. Man muss sich damit auseinandersetzen und nach den richtigen Informationen suchen. Ich fand diese in den Büchern von Ärzten wie etwa Jason Fung, der einen sehr gut verständlichen Erklärungsansatz für Übergewicht und Diabetes formuliert hat: Zuerst werden zu viel Zucker und Kohlenhydrate konsumiert, und zwar so viel, dass der Körper diesen Zucker einlagert, weshalb man zunimmt. Dann kommt aufgrund dessen die Hyperinsulinämie zustande. Weil ein ständig hoher Insulinspiegel immun gegen dieses Hormon macht, wird die Wirkung abgeschwächt. Dann spricht man von Insulinresistenz. Dieser Kreislauf wiederholt sich, wenn weiter Zucker und Kohlenhydrate gegessen werden und so entsteht dann der Typ-2-Diabetes. Ob dieser Ansatz jetzt der richtige ist, kann man noch nicht sagen, denn nicht immer geht Insulinresistenz mit Übergewicht einher. Deshalb muss der Erklärungsansatz auch nicht stimmen, aber in meinem Fall fand ich ihn sehr zutreffend und hilfreich.

Fungs Lösung ist deshalb auch nicht, komplexe Kohlenhydrate zu essen und ganz viel Sport zu machen, sondern Low-Carb und Intervallfasten, damit der eingelagerte Zucker verbraucht wird. Muss nicht für jeden passen, für mich passt es schon, sage ich jetzt mit 14 cm weniger Bauchumfang.

Aber ganz gleich, ob Fungs Ansatz oder der traditionelle stimmt, verdrängen hilft nicht. Informieren hilft. Nur ist das eben unbequem. Mit Mitte 20 dachte ich auch, dass ich unzerstörbar bin, nur war ich eben nicht adipös und meine Insulinresistenz hielt sich noch in Grenzen. Es sollte über ein Jahrzehnt dauern, bis mir die richtigen Informationen zur Verfügung standen, die es mir erlaubten, die für mich richtigen Entscheidungen zu treffen. Deshalb habe ich jetzt auch keine Symptome mehr und mein Gewicht ist im normalen Bereich, ohne dass ich mich dafür verausgaben oder hungern muss. Lies jetzt nach, wie ich das geschafft habe.

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