Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information, stellt meine subjektive Meinung dar und ersetzt keinen Arztbesuch. Ich schließe jegliche Haftungen aus.

Jede Ernährungsform hat ihre Vor- und Nachteile. In meinem Umfeld bin ich die einzige, die über teilweise mehrjährige Zeiträume unterschiedliche Ernährungsformen ausprobiert hat. Aus jedem Experiment konnte ich etwas für mich mitnehmen und dieses Wissen aus meiner umfangreichen Ernährungsbiographie  teile ich in diesem Beitrag mit dir.

#1 Hig-Carb-Low-Fat

Mit dieser Ernährungsform bin ich groß geworden. Brot, Nudeln, Gemüse waren Standard, ich hatte aber immer Hunger nach Fleisch, das es nicht häufig genug gab. Zucker gab es nur in sehr kleinen Mengen, wir waren definitiv keine dieser Familien, die eine ganz Schublade voll mit Süßkram hatte und sich daran täglich bedienten. Auch gab es Limonade und Kuchen nur an Geburtstagen oder zu festlichen Anlässen, z.B. am Silvesterabend. In unserem Garten bauten wir kleinen Mengen an Gemüse und Obst an, das wir im Spätsommer ernteten. Eigentlich hätte ich sehr viel gesünder sein müssen, aber leider war meine Mutter davon überzeugt, dass Fett fett macht und deshalb wurden Vollfettprodukte ausgetauscht, sobald es eine Light-Version davon gab. Ich war immer hungrig und konnte großen Mengen an Brot essen. Eigentlich hätte man die Insulinresistenz bereits damals feststellen können, aber die Zeit war nicht soweit.

Was ich gelernt habe: Meine frühkindliche Vorliebe für Fleisch hätte Schlimmeres, wie die Ausbildung einer Prä-Diabetes, verhindern können.

#2 Vegetarisch

Als Teenager kam ich zum ersten Mal mit der Idee des Vegetarismus in Berührung und probierte es aus, zum Entsetzen meiner Mutter. Es bekam mir auch wirklich nicht besonders gut, ich verlor einige Haare. Ich ließ es schnell wieder sein und kehrte zurück zu einer stärkebasierten Ernährung. Zu dieser Zeit trank ich auch sehr viele Fruchtsäfte, was zu meiner Insulinresistenz und meiner Gewichtszunahme beitrug.

Was ich gelernt habe: Vegetarisch ist für heranwachsende Mädchen aus meiner Sicht nicht das Richtige.

#3 Japanisch

Mit Anfang 20 lebte ich für ein paar Monate mit einer Japanerin zusammen. Bei ihr lernte ich Dinge wie Soja-Sauce und Fisch schätzen. Auch betrat ich zum ersten Mal ein Geschäft für asiatische Lebensmittel und probierte viel mit Reis und Kokosnussprodukten herum. Meiner Gesundheit ging es zunehmen schlechter, weil ich immer noch Brot aß, aber bald sollte das vorbei sein.

Was ich gelernt habe: Ich habe eine Vorliebe für fermentierte Lebensmittel wie Miso, Miso sollte ab da ein mehr oder weniger fester Bestandteil meiner Ernährung werden.

#4 Rohkost

Zum Zeitpunkt, als ich mit dem Konzept der Rohkost in Berührung kam, ging es mir schon ziemlich mies. Ich hatte immer Bauchschmerzen, schlief schlecht, hatte Akne, Verdauungsprobleme und Gewichtsschwankungen. Ich hatte sehr viel Stress und beschloss, noch lange bevor es das Wort Detox gab, für drei Tage nur roh zu essen nach der Instincto-Rohkost. Innerhalb dieser drei Tage ging es mir besser und so wurden aus drei Tagen zwei Wochen, zwei Monate und schließlich zwei Jahre, in denen es mir immer besser ging. Dann erreichte ich, wie so viele, ein Plateau und ab da ging es langsam aber sicher bergab.

Was ich gelernt habe: Ich vertrage kein Gluten. Seit dieser Zeit habe ich kein Gluten mehr angerührt. Ich vermute, dass ich deshalb auch keine Probleme mit anderen Umstellungen hatte, aber das ist reine Spekulation.

#5 Vegan

Nach vier Jahren Rohkost in unterschiedlichen Formen (Instincto, vegan, Superfoods), war ich mit meinem Latein am Ende und beschloss, wieder gekochtes Gemüse in meine Ernährung zu integrieren. Ich vertrug zu diesem Zeitpunkt eh keine Milchprodukte.

Gewichtsschwankungen kontrollierte ich mit kürzeren Low-Carb-Phasen. Damals noch kein richtiges Problem, ich war ja noch sehr jung, mein Körper konnte viel kompensieren. Ich arbeitet damals auch körperlich und das trug ebenfalls dazu bei, dass meine Gesundheit in einem langsameren Tempo schlechter wurde als zuvor. Mit Ende 20 bekam ich dann zum ersten Mal B12-Injektionen und es war, als würde jemand einen Schleier lüften. Ich konnte wieder klar denken. Ich probierte andere Nahrungsergänzungsmittel, aber nichts half. Schließlich war ich soweit, dass ich ein weiteres Experiment wagte: Für einen Monat würde ich jeden Tag ein tierisches Nahrungsmittel essen, egal was, und dann nach einem Monat Bilanz ziehen. Wenn sich mein Zustand nicht verbessert hatte, würde ich bei meiner veganen, glutenfreien Ernährung bleiben. Kurz gesagt: Mir ging es nach ein paar Tagen besser und ich beschloss, tierische Lebensmittel regelmäßig zu verzehren.

Was ich gelernt habe: Das einzig Positive, dass ich aus dieser Zeit als Veganerin mitnehmen kann, ist, dass ich große Mengen an Gemüse aß. Besser wäre es womöglich gewesen, auf die vielen dunkelgrünen Smoothies zu verzichten, denn die Mengen an Oxalsäure, die dunkelgrüne Blätter enthalten, waren meinem Gesundheitszustand alles anderes als zuträglich. Aber das wusste ich damals noch nicht und es sollte auch noch einige Jahre dauern, bis ich endlich etwas fand, was mir wirklich helfen sollte.

#6 Glutenfrei und überwiegend ohne Milchprodukte

Nicht mehr vegan, behielt ich glutenfrei als Ernährungskonzept bei. Zwei Mal versuchte ich, glutenhaltige Getreideprodukte zu essen und erbrach mich den darauffolgenden Tag. Von wegen, nach kurzer Zeit kann man wieder „normal“ essen. Getreide, besonders das glutenhaltige, ist für mich kein adäquates Lebensmittel. Punktum.

Mit glutenfreien Lebensmitteln, Gemüse, Obst, Nüssen, sehr selten etwas Ziegenkäse und Fleisch, mauschelte ich weiter. In diesem Zeitraum erfuhr ich, dass die Heilpraktikerin und Rohkostlehrerin, mit der ich nach meiner Rohkostphase zusammengearbeitet hatte, im Alter von nur 35 Jahren gestorben war. Damit war für mich jeder Gedanken an Ernährung als Basis meiner Gesundheit erledigt. Aus meiner Sicht war eine pflanzenbasierte Ernährung ja wohl das Beste, was man essen konnte. Wenn sie es schon nicht geschafft hatte, gesund zu bleiben, dann würde mir das wohl kaum gelingen.

Wie falsch man doch liegen kann. In dieser Phase wurden meine hormonellen Symptome immer stärker und meine Füße begannen ständig zu schmerzen. Ich konnte weniger und weniger am sozialen Leben teilnehmen, was meiner Gesundheit nicht zuträglich war. Irgendwie absolvierte ich ein sehr anspruchsvolles Masterstudium neben meinem Beruf, aber danach war wirklich der Ofen aus.

Als Ausgleich zu der geistigen Anstrengung hatte ich mich im Fitnesstudio angemedlet und trainierte dort nach Plan. Was meine Ernährung betraf, so las ich mich „schlau“, was man bei Fitness essen sollte (High-Carb-Low-Fat, Zucker, Obst, kalorienreduziert). In dieser Zeit nahm ich mehrere Kleidergrößen zu, meine Fußschmerzen streckten mich nieder, ich war nicht mehr in der Lage, meinen Alltag halbwegs zu bestreiten, ohne ständig Schmerzen zu verspüren. Ich wusste nichts über Insulin, was sich bald und rein zufällig ändern sollte.

Was ich gelernt habe: Zucker und Kohlenhydrate, ganz gleich welcher Art, sind nichts für mich. Auch jetzt, ohne jegliche Symptome der Insulinresistenz, weshalb man sie als „geheilt“ ansehen könnte, werde ich diese beiden Nahrungsmittelgruppen langfristig ausschließen.

#7 Zuckerfrei und ketogen

Hätte mir jemand zu diesem Zeitpunkt gesagt: Du wirst in wenigen Monaten herausfinden, dass du einen Prä-Diabetes hast, den du innerhalb weniger Monate erfolgreich mit Ernährung behandeln wirst, du wirst schmerzfrei sein, du wirst nicht mehr so hungrig sein, du wirst ohne Probleme und ohne Sport drei Kleidergrößen abnehmen und darüber hinaus wirst du aufhören Zucker und Kohlenhydrate und stattdessen Herz essen – ich hätte schallend gelacht.

Aber genau so war es. Der YouTube-Algorithmus schlug mir immer häufiger Videos über die ketogene Ernährung vor und ich dachte: „Was für ein Mist. Ich habe die beste Ernährung der Welt (Rohkost) praktiziert und nichts hat geholfen, also geh mir weg damit.“

Was ich gelernt habe: Die steilste Lernkurve hatte ich zu Beginn meiner Umstellung auf zuckerfrei und ketogen. In nur wenigen Wochen lernte ich alles mir zur Verfügung Stehende über Insulin, Hormone, Übergewicht und Diabetes. Wo wäre ich nur heute ohne dieses Wissen? Ich würde immer noch meine Tage voller Schmerzen auf der Couch zubringen, mit falschen Medikamenten vergiftet und zu erschöpft, um gegen die Ignoranz der behandelnden Ärzte anzugehen.

Größtest Learning: Ärzte sind keine Wissenschaftler, die Probleme lösen können. Unabhängig von Alter und Geschlecht sind viele unfähig, ihr Ego hinten anzustellen und die wahre Ursache für gesundheitliche Probleme zu finden. Da kümmert man sich doch besser selbst drum.

Was ich aber auch gelernt habe ist, dass viele, die sich mit der zuckerfreien Ernährung befassen, nicht weiter nachfragen. Gerne wird eine „Zuckersucht“ diagnostiziert, wo vielleicht schon ein viel größerer Schaden in Form einer Prä-Diabetes vorliegen könnte. Eine Prä-Diabetes ist leicht mit einem Zuckerbelastungstest feststellbar. Hier erfährst du alles über den Zuckerbelastungstest und wie du dich richtig darauf vorbereitest.

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