Lohnt sich ein oGTT?

von Blog

Es gibt viele Arten, eine Insulinresistenz festzustellen. In den meisten Fällen genügt es, den HOMA-IR-Wert zu erheben, um sicher zu sein, dass man insulinresistent ist.

Manchmal reicht das aber nicht aus. Oder er liegt schon einige Jahre zurück und ist damit nicht mehr aussagekräftig.

Deshalb habe ich dir hier drei wichtige Punkte zusammengestellt, die dir als Entscheidungshilfe dienen sollen.

1. Grund für einen oGTT: Dein HOMA-Wert ist normal

Beim HOMA-Wert werden nur der Nüchterninsulinwert und der Nüchternblutzucker bestimmt. Der Nüchternblutzucker kann dabei völlig unauffällig, sogar im Idealbereich liegen. 

Was der HOMA-Wert nicht zeigt, ist die Höhe der Insulinfreisetzung nach einer Glukosebelastung (Mahlzeit). Deshalb bleiben so viele Frauen undiagnostiziert, weil sie zwar Probleme haben, aber der Arzt aufgrund der normalen Nüchternwerte keinen Anlass sieht, weiter darauf einzugehen.

Mit einem oGTT kannst du also feststellen oder ausschließen, ob du insulinresistent bist – wenn du zu denen gehörst, bei denen die Nüchternwerte völlig normal sind.

Hier findest du eine Übersicht über die Werte Blutzucker, Insulin/HOMA und HbA1c.

WICHTIG: Normalerweise wird nur der Nüchterninsulinwert beim oGTT bestimmt. Wenn du deine Werte nach der Zuckerbelastung ermitteln willst, musst du auf eine Insulinbestimmung bestehen und vorher abklären, ob diese auch vorgenommen wird. 

2. Grund für einen oGTT: Du willst Klarheit für deinen Umkehrungsprozess

Wenn du schon einen oGTT gemacht hast, dann möchtest du im Laufe deines Umkehrungsprozess auch wissen, wo du in ein, zwei oder drei Jahren stehst. Waren deine Maßnahmen erfolgreich? Hat sich das Abnehmen gelohnt? 

In diesem Fall kann ein oGTT dir Klarheit darüber verschaffen, wo du gerade tatsächlich stehst. Besonders dann, wenn beim ersten Mal das Insulin mitgemessen wurde oder wenn du zu denen gehörst, die einen normalen Blutzucker haben.

3. Grund für einen oGTT: Du bist schwanger

Seit 2013 wird nach dem Schwangerschaftsdiabetes gescreent. Zum Glück, denn ein Schwangerschaftsdiabetes hat nicht nur Folgen für dich, sondern auch für dein Kind. 

Höhere Risiken durch einen Schwangerschaftdiabetes:

  • Kaiserschnitt/operative vaginale Entbindung
  • Makrosomie
  • Schulterdystokie
  • Neonatale Hypoglykämie
  • Hyperbilirubinämie
  • Typ-2-Diabetes
  • Adipositas
  • Schwangerschaftsbluthochdruck
  • Präeklampsie
  • Eklampsie
  • u.v.m.

(Kampmann et al., 2015)

Zitat RKI:

“Insgesamt wurde im Jahr 2019 bei 54.504 von 743.416 Frauen mit Klinikgeburt in Deutschland ein Gestationsdiabetes dokumentiert (7,3 %). Seit dem Jahr 2013 hat dieser Anteil kontinuierlich von 4,6 % auf 7,3 % zugenommen. Die Prävalenz des Gestationsdiabetes steigt mit zunehmendem Alter der Mütter bei Geburt deutlich an: Während im Jahr 2019 3,1 % der Frauen unter 20 Jahren betroffen waren, waren es 17,5 % der Frauen im Alter von 45 Jahren und älter. Auch zwischen den Bundesländern zeigten sich Unterschiede. Während die Prävalenz des Gestationsdiabetes in Bayern, Hamburg und Schleswig-Holstein unter 6 % beträgt, liegt diese in Berlin, Rheinland-Pfalz und im Saarland über 9 %.”

Quelle: https://diabsurv.rki.de/Webs/Diabsurv/DE/diabetes-in-deutschland/1-02_Praevalenz_Gestationsdiabetes.html

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