Interview mit Evi von @suess.war.gestern

von Blog, Erfahrungsberichte, Zuckerfrei

Evi von @suess.war.gestern und ich trafen uns auf Instagram – beide sind wir schon seit einiger Zeit (Evi schon etwas länger als ich) mit dem Thema Zuckerfreiheit unterwegs, und durch diesen Prozess bei einer ähnlichen Ernährung angekommen: naturbelassen, selbstgemacht, nährstoffreich. Auf ihrem Account findest du Tipps und Tricks rund um die Themen Auszugsmehle, Fabrikzucker, Tiereiweiß und Fette. Unter dem Hashtag #zuckerABC klärt sie darüber auf, wie Zucker auf den Körper und das Essverhalten wirkt und neben vielen praktischen Ratschlägen für den Alltag gibt es mittlerweile eine beachtliche Anzahl an Zuckerfrei-Interviews von allen Standpunkten des Ernährungsspektrum aus.

Wie Evi dazu kam, Zucker von ihrem Speiseplan zu streichen und wie ihre Entwicklung verlaufen ist, darüber sprechen wir im Interview.

Carla: Wie bist Du dazu gekommen, Deine Ernährung auf zuckerfrei umzustellen? Hast Du schon immer mit Ernährung experimentiert oder war das für Dich bis zum Zeitpunkt Deiner Umstellung kein Thema?

Evi: Ich habe mich im Laufe meines Lebens immer mal wieder mit dem Thema Ernährung beschäftigt.  Das erste Mal Zuckerfrei wurde ich, als ich erfuhr, dass dieser, genau wie auch andere isolierte Kohlenhydrate, zu Pilzentstehung und Entzündungen beiträgt. Das ist ca 6 Jahre her, und damals habe ich Zucker mit Ersatzstoffen kompensiert, was dazu führte   dass meine Familie noch mehr gegessen hat, weil es ja nun „gesund“ war. Ziemlich schnell verfielen wir aber auch wieder in alte Muster. Vor 4 Jahren hörte ich dann mit dem Rauchen auf, woraufhin ich einiges an Gewicht zulegte, schlecht schlief und enorme Verdauungsstörungen bekam. Ich begann mit Sport, was mir aber nicht half. Und so kam ich wieder zur Zuckerfreiheit – diesmal aber richtig  – ohne Ersatz. Mein „Zustand“ besserte sich und ich blieb dabei. 

Carla: Was ist Dir besonders leicht und was besonders schwer gefallen? Gibt es etwas, wofür Du Dich nach wie vor motivieren musst? Und wenn ja, wie schaffst Du das immer wieder?

Evi: Bevor ich zuckerfrei wurde, war ich ein Instant-Cappuccino-Junkie. Dem Cappuccino hatte ich nach der Rauchentwöhnung auch meine zusätzlichen Kilos zu verdanken. Diesen aus meinem Alltag zu streichen, ist mir unheimlich schwer gefallen. Da ich (meist) sehr konsequent in meinen Entscheidungsumsetzungen bin, konnte ich diesen aber gut ersetzen – ich bin nun ein Kaffee-Junkie, und ich weiß manchmal nicht, ob das besser ist. Ich trinke ihn ohne Zucker und versuche immer wieder mich zum Tee trinken, zu motivieren.  

Carla: Wie hat Deine Zuckerfreiheit Deinen Umgang mit und Deine Wahrnehmung von Essen beeinflusst? Gab es Schlüsselerlebnisse in Deiner Entwicklung? Was war bisher die wichtigste Lektion für Dich?

Evi: Die Zuckerfreiheit hat mich schlussendlich zur Vollwertkost gebracht, welche eine sehr ursprüngliche und naturbelassene Ernährungsform ist. Ich mag es Dinge selbst herzustellen, da fiel mehr der Schritt in diese Richtung nicht allzu schwer. Vor allem aber motiviert es mich immer wieder etwas Gutes für mich zu tun. Seitdem ich zuckerfrei bin, ist meine Haut besser, mein Schlaf fantastisch und vor allem, bin ich tagsüber immer topfit.

Im letzten Jahr allerdings, als ich das erste Mal mit den Kids im „Homeoffice“ saß, fiel ich in alte Muster zurück. Ich trank wieder mein Lieblingsgetränk, den Cappuccino,  und aß auch gezuckerte Sachen. (Gott sei Dank, fing ich nicht auch wieder das Rauchen an).  Das Ganze gipfelte in einer Zahnwurzelentzündung, welche ich beim Zahnarzt operieren lassen musste. Seitdem bin ich da wieder in der Spur. 

Carla: Wenn Dich jemand, der noch keine Erfahrung mit zuckerfreier Ernährung gemacht hat, fragen würde, wie man am besten vorgeht – welche drei ganz konkreten Schritte würdest du ihm/ihr an die Hand geben?

Evi: Es ist von Vorteil, erstmal alles offensichtliche an Zucker weg zu lassen und dabei sollten auch die Säfte nicht vergessen werden. Anschließend kann man sich damit beschäftigen, unter welchen Namen man den Zucker auf den Zutatenlisten finden kann, um dann gezielt auch diese Produkte auszusortieren.  

Als letztes wäre zu erwähnen, dass die Entscheidung immer jedem selbst obliegt, und man sich dementsprechend niemandem gegenüber rechtfertigen muss. Oft wird man von der Außenwelt dafür belächelt, oder gar als unwissend dargestellt. Das darf man gepflegt auch einfach ignorieren. 

Carla: Wenn Du eine – wenn auch utopische – Zukunft der Lebensmittelindustrie entwerfen könntest, wie würde diese aussehen? Hätten wir eine Zuckersteuer? Oder würden wir weiterhin auf die Eigenverantwortung der Verbraucher setzen?

Evi: Eine Zukunft mit Eigenverantwortung wäre toll, ist aber nur schwer umsetzbar. Die Industrie und die Zuckerlobby haben über Jahrzehnte in die Köpfe der Menschen den Gedanken vom gesunden und notwendigen Zucker gepflanzt. Genauso finden Sie auch immer wieder neue Wege ein total verzuckertes Produkt, zuckerfrei und gesund darzustellen und den Verbraucher weiter in die Irre zu führen. Ich denke, dass eine Zuckersteuer eine gute Sache sein könnte, um der Industrie ein Schnippchen zu schlagen.

Eine utopische Zukunft der Lebensmittelindustrie wäre für mich: „Back to the roots“, viele natürliche Lebensmittel und viele Basics. Dann entfällt der zugesetzt Zuckergehalt von ganz allein. 

Vielen Dank für das tolle Gespräch!

Hier findest du Evis Instagram-Account.

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